Konzept

Das Gruppenkonzept, mit dem wir uns seinerzeit bei der Stadt Stuttgart beworben haben ist hier verlinkt: Gruppenkonzept vom 11_08_15

Anmerkung: Teile des Konzepts sind gegenwärtig in Bearbeitung – das Konzept welches in leicht überarbeiteter Form weiter unten steht ist momentan nicht auf dem aktuellen Stand (20. August 2015)

Gruppenkonzept »bern+stein«

Orientierung für das Zusammenleben im Wohnprojekt
# der ins Wasser geworfene Stein zieht lebendige Kreise – zweie ergeben neue Formen #
Die Mitglieder der Planungsgruppe haben darüber nachgedacht, wie die zukünftige
Hausgemeinschaft gestaltet werden soll, und welche gemeinsamen Aktivitäten und
gemeinsamen Räume wünschenswert sind:

Hausgemeinschaft

Grundlegende Inhalte sind für uns:
Vielfalt bereichert – Eine kulturelle und Generationen übergreifend Vielfalt ist in unserer Gruppe schon allein durch unsere soziale und kulturell „bunte“ Zusammensetzung realisiert:
wir kommen aus allen Altersschichten, aus verschiedenen Nationen und sozialen Situationen, mit unterschiedlichen Handicaps, und wir sind Familien mit Kindern, Paare und Einzelne. Das ist für alle bereichernd – auch für die Nachbarschaft (…weite Kreise). Gute Nachbarschaft pflegen steht daher auch bei uns als Wunsch ganz vorne an: wir ermöglichen dies über viele „Berührungspunkte nach außen“ (s.u.). Gleichberechtigt – die einzelnen Eigentümer, die Genossenschaft (ebenfalls als Eigentümer) und die Mieter beteiligten sich den gesamten Prozess über gleichberechtigt an der Selbstorganisation des Wohnprojekts. Freiwillig übernommene Aufgaben werden für die vereinbarten Zeiträume zuverlässig realisiert, was oft schon aus informellem Impuls heraus (sozusagen „im Fluss“) funktioniert.
Verlässlich – die Genossenschaft als Partner im Wohnprojekt – Mietern und Mietern mit niedrigem Einkommen (Wohnberechtigungsschein) wird wohnen mit Eigentümern zusammen ermöglicht. Die gleichberechtigte Gestaltung setzt sich bis in die Struktur des hausgemeinschaftlichen Lebens fort. Die Finanzierung ist auch bei hohem Mieteranteil gesichert. Inklusion verwirklichen wir in der Hausgemeinschaft, denn wir ermöglichen für Menschen mit sogenannter „Behinderung“ inklusives Wohnen. In zwei Appartements wird ambulant betreutes Wohnen (mit dem „bhz Stuttgart e.V.“) für sie bereitgestellt, außerdem ist eine größere behindertengerechte Wohnung für eine „Wohnprojektfamilie“gewünscht und geplant.
Wir unterstützen und helfen uns gegenseitig im Alltag, wenn erwünscht.
Gemeinsame Aktivitäten sind in der Hausgemeinschaft ausdrücklich erwünscht. Konsensorientiert – Die Gemeinschaft entscheidet über die Aufnahme neuer Bewohner, über die Verwaltung und Organisation des Hauses, jeweils am Konsens orientiert.
Lösungsorientiert – in regelmäßigen Zusammenkünften besprechen wir technisch-praktische Fragen und soziale Aufgaben, die auftreten.

Gute Nachbarschaft

konkret – Gemeinschaftsräume
Einige Mitglieder der Planungsgemeinschaft kommen bereits aus Heumaden und Sillenbuch und sind im Stadtteil engagiert: z.B. als Eltern von Kindern, welche die Waldorfschule Silberwald (Hort oder Schule) besuchen oder bald in die Grundschule Riedenberg aufgenommen werden, oder als engagierte Bürger, die mit der Gegend sehr verbunden sind.
Wir wollen diese Verbindungen mit den verschiedenen schulischen und sozialen Einrichtungen im Quartier weiter knüpfen und insgesamt als Hausgemeinschaft die Nachbarn einladen, zu uns zu kommen:
Wir wollen einen großen Raum mit Küchenzeile für alle und einen Kinder-Spielraum umfassen,der auch zeitweise als Jugendraum nutzbar sein soll. Nutzbar als Gemeinschaftsraum, für einzelne Bewohner (z.B. für Feste). Es soll selbstgestaltet attraktiv und lebendig sein, und wir wollen ehrenamtliche Angebote – auch nach außen – bereitstellen:
Treffpunkt für alle – mit Theke und Kaffee, ausdrücklich auch für Flüchtlingsfamilien in der Nachbarschaft.
Offene Gruppen – Angebote von Bewohnern und weiteren Ehrenamtlichen, z.B. Nähgruppe oder Vorlesen für Kinder.
Nutzung fürs Viertel: Es kann für die Bewohner der umliegenden Häuser und für Gruppenvon außen (z.B. für Treffen von Initiativen, Vereinen und für Meditation, Yoga) genutzt / ggf. gemietet werden.
Kultur-Café – Lesungen, kleine Ausstellungen, Musik, kleine Bibliothek aus privat eingestellten/gespendeten/gelesenen Büchern Öffentlicher Bücherschrank (Büchertausch!) im Außenbereich.
Eine Werkstatt und ein Werkhof – für Nachhaltigkeit und Kreativität.
Reparieren statt Wegwerfen: Hier können Gebrauchsdinge, Gartengeräte, Kinderspielzeuge etc. instandgesetzt und kleine haustechnische Aufgaben gelöst werden.
Erfinden und Erschaffen: Ein Ort für kreative Impulse– insbesondere auch für Kinder. Hier kann die Häusergemeinschaft auch selbst Elemente zur Gestaltung der Außenanlagen und Kinderspielräume herstellen. Ein Werkhof ergänzt die Werkstatt und bietet für praktische Arbeiten mehr Platz. Unter freiem Himmel können größere Dinge entstehen und kann eine ganze Gruppe aktiv sein (Themen: von Fahrrad über Stein bis Holz).
Feiern und Austauschen: Auf dem Werkplatz können verschiedenste Aktivitäten stattfinden: Feste, Tauschmarkt etc. zu denen auch die Nachbarn aus dem Quartier eingeladen werden.

Gemeinschaftsgarten

Teile der Grundstücksfläche sollen gemeinsam als Garten bewirtschaftet werden
(Gartenbeete, Bereiche für Kinder).

 

Gebäude- und Baukonzept

flexibel, kostengünstig, ökologisch und energie-effizient
Die beiden Häuser bieten 22 abgeschlossene Wohnungen (in Miete oder Eigentum) und Räume für die Hausgemeinschaft: Wohn-Café mit Raum für Kinder, Werkstatt mit Werkhof, gemeinsame Dachterrasse und Gartenbereich. Die Erschließung erfolgt vom gemeinsamen Zuweg mit direkt angebundenem Wohncafe und Werkhof über offene Laubengänge, die die alltägliche Begegnung fördern. Hier ist auch Platz für Kinderwägen, Rollstühle, Sitzbänke und Pflanzen. Über 2 Aufzüge sind alle Wohnungen barrierefrei erschlossen. Die einfache und klare Baustruktur erlaubt flexible Wohnungs-Zuschnitte und eine kostengünstige Baukonstruktion. Schaltzimmer zwischen einzelnen Wohnungen erlauben nachträgliche Anpassung von Wohnungsgrößen. Beide Häuser werden als kostengünstiger, ökologischer Wohnungsbau realisiert, um günstige Mieten und Kaufpreise zu ermöglichen. Die kompakten, beheizten Baukörper werden in innovativer Hybrid-Bauweise erstellt:
mit massiver, wärmespeichernder Tragkonstruktion (Decken und Trennwände) und Fassaden aus Holzwerkstoffen mit hoher Wärmedämmung und positiver CO2-Bilanz.
Anbauten wie Laubengänge und Balkone docken unbeheizt daran an. Verwendete Baustoffe werden auch hinsichtlich Umweltbelastung, Beständigkeit und Nachhaltigkeit bewertet.
Die Häuser fußen auf einem gemeinsamen Untergeschoß mit Räumen für Haustechnik, Lager, Wäsche, Werkstatt, Fahrräder und Müll, sowie einer Tiefgarage mit 22 Stellplätzen, auch für Car-Sharing und mit Elektro-Tankstelle. Die Gebäude werden als Niedrig-Energie-Häuser erstellt, angestrebt wird ein KfW-Effizienzhaus 55. Die Energieversorgung soll CO2-neutral mit regenerativen Rohstoffen erfolgen, es ist der Anschluß an die benachbarte Heizungsanlage des Siedlungswerks vorgesehen. Den Wärmebedarf wird dort eine Holzpellet-Heizung in Kombination mit thermischen Sonnenkollektoren decken. Solarzellen (Photovoltaik)auf einem Teil der Dächer liefern elektrische Energie, die den Strombedarf der Gemeinschaftseinrichtungen decken kann.
Zur Senkung des Wasserverbrauchs werden wassersparende Armaturen eingesetzt.
Regenwassernutzung ist geplant für die Bewässerung der Grünanlagen und, wenn mengenmäßig möglich, für WC-Spülungen.

Stuttgart, 1o.o4.2o14

Schreibe einen Kommentar