Ohne Zuversicht geht das nicht

Von HornM201 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3191334
Von HornM201 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3191334

Der Einzug rückt näher: die letzte Baugemeinschaftssitzung in den Räumen des Architekturbüros Kühfuß haben wir hinter uns. Das nächste Treffen findet im Gemeinschaftsraum unseres Wohnprojekts statt. Auch wird es in kürze die „Baugemeinschaft“ nicht mehr geben, da eine Wohn- bzw. Lebensgemeinschaft daraus entsteht.

Es gab viele Unwägbarkeiten in diesem Projekt, und einige gibt es immer noch – so wird z.B. die Briefkastenanlage mit den Klingeln erst nach Einzug montiert werden, was Möbel- und Postanlieferungen schwierig macht. Auch die Schließanlage konnte nur leicht verspätet geliefert werden was die Schlüsselübergabe um ein paar Tage verzögert.

Ich habe auch unterschätzt welche Hürden ein Telefonanbieterwechsel bei einem Neubezug mit sich bringen kann und werde wohl ein paar Wochen ohne Telefon- und Internetanschluss auskommen müssen.

Dies sind aber nur Kleinigkeiten – der Großteil der Termine wurde gehalten und ich hatte als ich in das Projekt eingestiegen bin ehrlich gesagt mit einer Fertigstellung nicht vor Dezember gerechnet.

Ich möchte an dieser Stelle allen ausführenden Firmen danken: Maßgeblich am Projekterfolg beteiligt waren das Architekturbüro Kühfuß – hier besonderen Dank an Frau Hamida und Herrn Wiehl als  Projektsteurer. Vielen Dank auch an die Stadt Stuttgart, die dieses Projekt zum Teil mit bezuschusst hat. Ohne die anderen Bauherren wäre es auch nicht gegangen, daher vielen Dank an den Bau- und Heimstättenverein Stuttgart eG, das BHZ Stuttgart sowie die privaten Bauherren, die sich mit Engagement und Ausdauer gemeinsam durch unzählige Besprechungen gekämpft haben.

Es gibt noch viel zu tun in den nächsten Wochen, viel Zeit werde ich mit Packen, ausräumen und Dingen wie Lampen an die Decke schrauben verbringen, wenn der Schlüssel erst einmal übergeben ist.

Neben den Dingen die sich in unseren Wohnungen verändern und entwickeln werden, bin ich aber auch sehr gespannt darauf wie sich das Zusammenleben gestalten wird.

Wir haben in den Jahren in denen das Projekt läuft ja schon oft geübt wie man mit unterschiedlichen Ansichten innerhalb der Gruppe umgeht, jedoch kann es durchaus auch Spannungen geben. Wir sind bislang gut in der Lage gewesen damit umzugehen, doch wird dies auch zukünftig der Fall sein? Werden sich alle Nachbarn gut verstehen oder wird es auch häufiger zu Meinungsverschiedenheiten kommen, wenn man sich nun vielleicht sogar täglich sieht und nicht nur alle 4-6 Wochen?

Ich betrachte das Wohnprojekt und die Leute darin wie eine große Familie – man ist nicht immer einer Meinung und ist nicht zwingend immer gut auf jedes Familienmitglied zu sprechen, aber man findet dann trotzdem eine Lösung. Ich blicke zuversichtlich in die Zukunft und vertraue darauf, dass mit zunehmender räumlicher Nähe und häufigem Austausch aus den bislang bestehenden Bekanntschaften lockere Freundschaften entstehen und man kooperativ und partizipativ zusammen lebt, zusammen arbeitet und auch zusammen feiert.

Dies erfordert ein beständiges daran Arbeiten, zuhören, nachdenken und das Hinterfragen von als Gewiss angenommenen Dingen. Ich bin mir aber sicher dass es klappen wird.

Ich vertraue darauf – ohne Zuversicht geht das nicht.

Ich kann es kaum erwarten!

-Bernhard Höll-